Pflege

Der Begriff „Pflege“ meint die ganzheitliche Betrachtungsweise und die ganzheitliche Unterstützung des Menschen und die Aktivierung all seiner Ressourcen.

Aus dem Leitbild der Marienhaus GmbH, welches Grundlage des Dienstes im Marienhaus Altenzentrum St. Josef ist, wurden Leitgedanken für die Einrichtungen der Altenhilfe formuliert.

Diese lauten:

·                 Im Altenheim wohnen ältere Menschen während ihrer letzten Lebensphase. Wir respektieren ihr Recht auf Eigenständigkeit.

·                 Wir achten die Würde des alten Menschen, bringen ihm Wertschätzung und Aufgeschlossenheit entgegen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die psychisch verändert sind.

·                 Wir setzen unser Fachwissen und unser Engagement ein, um dem einzelnen Menschen Wohlbefinden zu ermöglichen.

·                 Ausgangspunkte unseres Handelns sind die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten, Gewohnheiten und Wünsche des alten Menschen.

·                 Wir fördern die Selbständigkeit, ermuntern zu eigenständigem Leben und Handeln und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit.

·                 Wir fördern Gemeinschaft und akzeptieren das Bedürfnis nach Privatheit.

·                 Wir bieten dem alten Menschen bei der Erfüllung seiner religiösen Bedürfnisse unsere Unterstützung an.

·                 Wir fördern die Beziehung zu Angehörigen, schaffen im Alltag Raum, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Kontakte aufzubauen.

·                 Wir bieten Hilfen bei der Bewältigung von Problemen und Krisensituationen an und sind gesprächsbereit bei der Rückschau auf das eigene Leben.

·                 Wir setzen all unser Wissen und Können ein, damit die Menschen in unserem Haus in Würde und Frieden leben und sterben können.

Unser Pflegeverständnis 

Im zentralen Interesse unserer Pflege steht die Individualität der Person. (Personen sind in erster Linie pflegebedürftige und alte Menschen, sowie deren pflegende und betreuende Personen).

Aus unserem ganzheitlichen Verständnis heraus, werden Gesundheit, Krankheit, Behinderung und Alter als dynamischer Prozess definiert und nicht als Zustand bezeichnet. Durch diese Sichtweise wird es uns möglich, uns nicht nur auf krankheitsbedingte Veränderungen zu konzentrieren, sondern sich umfassend und aktivierend für die Ressourcen und Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen zu interessieren und diese herauszufinden und zu fördern.

Unter ganzheitlich verstehen wir den Menschen als körperliches, geistiges, seelisches und soziales Individuum.

Unter Individualität  verstehen wir jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu sehen und zu verstehen. Es ist für uns wichtig die Biographien zu kennen und in die Pflege mit einzubeziehen.

Unter aktivierend verstehen wir, die Eigenständigkeit und Selbstversorgungsfähigkeit des kranken oder alten Menschen zu sichern und zu fördern. Aktivierend pflegen bedeutet nicht für, sondern mit den alten oder kranken Menschen tätig zu werden.

Unsere Handlungsgrundsätze sind:

·         Wir haben ein Pflegekonzept entwickelt, welches unseren Handlungsspielrahmen aufzeigt.

·         Wir ermöglichen neuen Mitarbeiterinnen eine qualifizierte Einarbeitung durch ein Einarbeitungskonzept.

·         Wir pflegen individuell anhand der Biographie, Pflegeprozessplanung und des aktuellen Befindens der Bewohnerinnen.

·         Wir planen und dokumentieren unsere Pflegeleistung und schaffen damit Transparenz.

·         Wir kontrollieren unsere Arbeit durch Pflegeprozesssteuerung und  Pflegevisiten.

·         Wir arbeiten nach der Bezugspflege, um eine kontinuierliche Beziehung zwischen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen zu gewährleisten.

·         Wir informieren die Bewohnerinnen vor jeder pflegerischen Maßnahme und fördern dabei seine Eigeninitiative unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten.

·         Wir fördern die Entscheidungsfähigkeit und Selbständigkeit der Bewohnerinnen durch aktivierende Pflege und Angebote der Sozialen Betreuung, sowie die Vermittlung der Eigenverantwortlichkeit für seine Gesundheit.

·         Wir berücksichtigen Wünsche und selbst genannte Ziele der Bewohnerinnen und beziehen ihn aktiv mit ein in der Pflege.

·         Wir fördern die Zusammenarbeit mit Angehörigen, Bezugspersonen und Betreuern um diese sinnvoll in die Pflege mit einzubeziehen.

·         Wir kooperieren mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen und arbeiten mit diesen zusammen.

·         Wir halten uns an Absprachen und beachten unsere Schweigepflicht.

·         Wir arbeiten mit allen uns zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln

·         Wir unterstützen und begleiten die Bewohnerinnen durch pflegerische und seelsorgerische Angebote, bei der Bewältigung ihrer Sorgen und Ängsten und geben ihnen Hilfestellung bei der Bearbeitung ihrer Zukunftsperspektiven.

·         Wir wahren die Intimsphäre unserer Bewohnerinnen und achten deren Individualität und Sexualität.

·         Wir verpflichten uns zur Einhaltung von ökonomischen und ökologischen Grundsätzen, indem wir wirtschaftlich mit Materialien umgehen und uns für eine umweltschonende Müllentsorgung einsetzen.

·         Wir respektieren kulturelle Zugehörigkeit unabhängig von Religion, Geschlecht und gesellschaftlichen Ansehen.

·         Wir begleiten die Bewohnerinnen in der Sterbephase durch seelsorgerische Betreuung und bieten den Angehörigen angemessene Hilfe und Unterstützung an.

·         Wir drücken durch unser Auftreten Achtung und Respekt gegenüber Bewohnerinnen und anderen Personen aus.

Selbstverständnis von Pflege:

·         Wir verstehen Pflege als eigenständigen Beruf.

·         Wir tragen die Verantwortung gegenüber dem alten und pflegebedürftigen Menschen.

·         Als verantwortliche Partner arbeiten wir in einem professionellen Team.

·         Wir verstehen professionelle Pflege als ganzheitlich aktivierende und individuelle Betreuung.

·         Wir orientieren uns an den Qualitätszielen unserer Einrichtung und arbeiten mit an ihrer Umsetzung.

·         Wir erarbeiten in Qualitätszirkeln Konzepte, Standards und deren Anlagen, die für alle Mitarbeiterinnen verbindlich in ihrer täglichen Arbeit sind.

·         Wir sichern die Ausbildung von Schülern und Praktikanten, durch Praxisanleiter.

·         Wir orientieren uns bei der Dienstplangestaltung  an den Tagesstrukturen der Bewohnerinnen.

·         Bei der Dienstplangestaltung und Urlaubsplanung werden Wünsche der Mitarbeiterinnen berücksichtigt.

·         Wir fördern und fordern von unseren Mitarbeiterinnen die Teilnahme an Fort -und Weiterbildung.

·         Wir nehmen Kritik und Anregungen von Bewohnerinnen und Angehörigen sehr ernst und bearbeiten sie durch ein Beschwerdemanagement.

Pflegeklassifiaktionssystem ENP 

In der Einrichtung wird eine digitale Bewohnerdokumentation durchgeführt, welche auf den pflegediagnosebezogenen Praxisleitlinien der Pflegeklassifikation ENP (European Nursing care Pathways) basiert. Die Pflegeklassifikation ENP ist die aktuellste standardisierte Pflegefachsprache im deutschsprachigen Raum und kann als validiert und wissenschaftlich fundiert betrachtet werden.

Diese Vereinheitlichung der Pflegefachsprache ist für Pflegende hilfreich, um die zentralen Entscheidungen im Rahmen des Pflegeprozesses zu gestalten. Denn ENP als Instrument unterstützt die zentralen Zielsetzungen einer standardisierten Pflegesprache:

·         Verbesserung der Kommunikation

·         Strukturierung von Pflegewissen

·         Unterstützung von Prozessabläufen und Prozessdokumentation

·         Leistungstransparenz in der Pflege

·         Qualitätsentwicklung

·         Outcome- Messung

·         Verbesserung der Überleitungspflege

Möglichkeiten

Mit der Pflegefachsprache ENP® ist es möglich, die Schritte des Pflegeprozesses, d. h.

1. Pflegediagnosen stellen,

2. Kennzeichen, Ursachen und Ressourcen feststellen,

3. Pflegeziele formulieren und

4. Pflegeinterventionen planen

abbilden zu können. Der Anwender stellt zur Abbildung des Pflegeprozesses in ENP® nicht einfach einzelne Begriffe in Klassen zusammen, sondern ENP® schlägt einen pflegerischen Behandlungspfad mit inhaltlich und pflegefachlich begründeten Verbindungen zwischen Pflegediagnosen, Kennzeichen, Ursachen, Pflegezielen und Interventionen vor.

Zudem ist die Pflegefachsprache nicht auf eine spezielle Pflegeeinrichtung zugeschnitten, sondern in allen Bereichen, in denen Pflege stattfindet, einsetzbar. So arbeiten mittlerweile Einrichtungen aus den Bereichen der vollstationären Krankenhausversorgung, Rehabilitation, Psychiatrie und ambulante Pflegedienste mit ENP. Da nicht sämtliche pflegediagnosenbezogenen Behandlungspfade in ENP® für alle Einrichtungen mit den verschiedenen Versorgungstypen relevant sind, können in der jeweiligen Softwareapplikation Abweichungen formuliert werden.

Die pflegefachlichen Inhalte wurden auf der einen Seite in horizontale Klassen strukturiert und nach fachlich begründeten Prinzipien verbunden. Auf der anderen Seite wurden die Begriffe in vertikale Klassen geordnet. Unter dieser Perspektive kann man auch von einem Klassifikationssystem ENP sprechen.

ENP ist also einerseits eine standardisierte Pflegefachsprache, in der aktuelles Pflegewissen in der Struktur des Pflegeprozesses mit den Bausteinen Pflegediagnosen, Kennzeichen, Ursachen, Pflegeziele und Interventionen angeboten werden und andererseits ein Klassifikationssystem, das die Begriffe der Pflege in Klassen ordnet.

Der so inhaltlich über die ENP’s gestaltete Pflegeprozess fußt auf mehrere Pflegemodelle. Pflegemodelle und -theorien versuchen das Wesen der Pflege zu erfassen und gehen den folgenden drei Fragstellungen nach:

·         Was tun Pflegekräfte?

·         Wie tun Pflegekräfte das, was sie tun?

·         Warum und mit welchem Ziel wird Pflege durchgeführt?

Die Pflegemodelle werden beispielsweise nach Bedürfnis-, Interaktions- und Pflegeergebnismodelle unterschieden. In den unterschiedlichen theoretischen Modellen der Pflege werden unterschiedliche Aspekte und Prozesse der Pflege als zentral beschrieben. Es kann als Weiterentwicklung der Pflegemodelle verstanden werden, dass die ENP’s die Erkenntnisse aus diesen verknüpfen und somit die verschiedenen Facetten von Pflege im Blick behalten. Weiterhin steht das Pflegemodell nach Monika Krohwinkel als wesentlicher Bezugspunkt durch die ENP’s zur Verfügung. Es findet eine Anlehnung an das Strukturmodell der AEDL statt.

Unser Pflegeleitbild

Den älteren und pflegebedürftigen Menschen ein wohnliches Zuhause zu bieten, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen, ist das Ziel unserer Altenpflege.

Wir respektieren die Rechte, Werte, Lebenserfahrungen, Lebensziele, Fähigkeiten und Grenzen eines jeden einzelnen Menschen; auf der Grundlage seiner individuellen Lebensbiographie.

Unser pflegerisches Handeln ist darauf ausgerichtet ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben und einen würdevollen Sterbe- und Trauerprozess zu ermöglichen. Dabei achten wir die religiösen Gewohnheiten und die Glaubenszugehörigkeit der einzelnen Pflegekunden.

Unseren Aufgaben- und Verantwortungsbereich sehen wir bei der Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens der Pflegekunden. Dabei orientieren wir uns an den Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens nach Monika Krohwinkel. Nach diesem AEDL-Modell gestalten wir die Pflegesituation und planen die Durchführung der Pflege anhand von Pflegediagnosen.

So gewährleisten wir eine zielgerichtete, prozessorientierte, geplante professionelle Pflege.

Fördernde Pflege heißt für uns, die Aktivitäten, die Fähigkeiten, die Möglichkeiten und die Motivation der Bewohner/innen wahrzunehmen, diese zu fördern und zu fordern, um dem Einzelnen ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Wir planen und dokumentieren die Pflege und die Strukturierung des Tagesablaufes nach den Wünschen, Gewohnheiten, Möglichkeiten und Fähigkeiten der Pflegekunden.

Wir organisieren die Pflege nach dem Modell der Bezugspflege, das heißt die fachliche Verantwortung für die individuelle Steuerung des Pflegeprozesses liegt bei fest zugeordneten Pflegefachkräften.

Die ganzheitliche Pflege und Betreuung setzt eine intensive Zusammenarbeit von Angehörigen, Pflegekunden und Ehrenamtlichen Helfer/innen sowie eine interdisziplinäre Kooperation von Pflegedienst, Sozialem Dienst, Hauswirtschaft, Verwaltung, Technischem Dienst, Ärzten, Therapeuten und andern externen Dienstleistern voraus.

Eine effektive Qualität der Pflege kann nur gesichert werden, wenn wir die vorhandenen ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Um die Qualität unseres pflegerischen Handels sicherzustellen, bilden wir uns für unsere Tätigkeiten im Altenzentrum St. Josef kontinuierlich weiter.

 

 

Betreuung demenziell veränderter Menschen

Ihnen bieten wir auf jedem Wohnbereich täglich von Montags bis Freitags den Besuch der "Vergiß-mein-nicht-Gruppe" an. Die Gruppe hilft Ihnen, den Tag zu strukturieren und fördert Alltagskompetenzen und noch vorhandene Fähigkeiten zum Beispiel durch gemeinsames Kochen und Backen, das Lesen der Tageszeitung, Singen und Gedächtnistraining. Dabei berücksichtigen wir immer die Biographie jedes einzelnen Bewohners.

Zusätzliche Betreuungskräfte (nach §87b SGB XI) kümmern sich intensiv um demenziell Erkrankte und führen Einzelbesuche durch. Sie haben Zeit für Sie und helfen Ihnen, sich an Ereignisse in Ihrem Leben zu erinnern.

Sie bieten Ihnen Aromahandmassagen und Raps-Bäder für die Hände an, die den Bewohnern gut tun und die Sinne anregen. Sie ermuntern Sie zu Bewegungsübungen, gehen mit Ihnen spazieren und machen therapeutische Tischbesuche bei denen die pflegebedürftigen Menschen regelmäßig, zeitlich begrenzt angesprochen werden. Dabei beziehen die Betreuungskräfte bekannte Gegenstände aus Erinnerungsboxen mit ein und wecken so Erinnerungen und fördern Kommunikation, ohne die Konzentrationsfähigkeit der Betroffenen zu überfordern.

Sekretariat

Telefon:02741 296-0
Telefax:02741 296-275
E-Mail:02741 296-0

Marienhaus Altenzentrum St. Josef

Elly-Heuss-Knapp-Str. 29
57518 Betzdorf
Telefon:02741 296-0
Telefax:02741 296-275
Internet:www.az-betzdorf.dewww.az-betzdorf.de

Ansprechpartner

Sebastian Schmeier

Heimleiter

Telefon:+49(0)2741 / 296-0
Telefax:+49(0)2741 / 296-275
E-Mail:altenzentrum-betzdorf@marienhaus.de

Mechele Klein

Pflegedienstleiterin

Telefon:+49(0)2741 / 296-0
Telefax:+49(0)2741 / 296-275
E-Mail:altenzentrum-betzdorf@marienhaus.de